Im Zuge der eskalierenden Angriffe auf die autonome Region Nordostsyriens wurde auch das Hauptquartier der medico-Partnerorganisation Kurdischer Roter Halbmond bombardiert. Aufgeben ist für die Teams dennoch keine Option: Sie bleiben an der Seite der Bevölkerung und leisten unter extremen Risiken Nothilfe für Vertriebene.

Der Hauptsitz des Kurdischen Roten Halbmondes nach einem Drohnenangriff.

Die Nachrichten aus Nordostsyrien sind kaum zu ertragen. Trotz laufender Waffenstillstandsverhandlungen und eines Dekrets des Übergangspräsidenten al-Scharaa, in dem kurdische Rechte zugesichert werden, setzen bewaffnete Gruppen der HTS, türkeinahe Milizen und islamistische Kräfte ihre Offensive gegen die demokratische Selbstverwaltung und die kurdische Zivilbevölkerung fort. Sie haben den Euphrat überschritten und rücken weiter in Richtung Hassakeh, Qamishlo und Kobane vor.

Die Folgen sind dramatisch: Massenflucht, eine sich zuspitzende humanitäre Katastrophe und die reale Gefahr von Massakern. Die Kurd*innen in Syrien sind an Leib und Leben bedroht. Das demokratische Projekt Rojava – und mit ihm die Frauenrevolution – steht akut auf dem Spiel.

Der Kurdische Rote Halbmond (Heyva Sor a Kurd) leistet unter extremen Risiken medizinische Nothilfe für weit über 100’000 Geflüchtete. In der Nacht auf Mittwoch, den 21. Januar, wurde das Hauptquartier der Organisation durch einen Drohnenangriff getroffen – jener Ort, von dem aus die humanitären Einsätze koordiniert werden. Trotzdem setzen die Teams ihre Arbeit fort. Sie stehen bereits seit den Kämpfen gegen den IS im Jahr 2014 an der Seite der Bevölkerung. Bei der Aufnahme der Geflüchteten aus Afrin 2018, in einer dauerhaft instabilen Sicherheitslage und unter Bedingungen ständiger Bedrohung. Zuletzt leisteten sie auch nach den Massakern an Alawit*innen und Drus*innen in Latakia und Suweida Nothilfe. Immer wieder wurden die Helfer*innen selbst Ziel völkerrechtswidriger Angriffe auf medizinisches Personal und humanitäre Einrichtungen. Doch sie bleiben. Und sie tun alles, um Menschen medizinisch zu versorgen, geflüchtete Familien zu begleiten und Leben zu retten. Wir stehen in engem Kontakt mit unseren Partner*innen vor Ort.

Die Zivilbevölkerung Nordsyriens, die demokratische Selbstverwaltung und die Teams des Kurdischen Roten Halbmonds sind mehr denn je auf internationale Solidarität angewiesen. Unterstütze sie jetzt mit einer Spende. Danke für deine Solidarität!

Die Teams des Kurdischen Roten Halbmondes versorgen Geflüchtete.