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Free Gaza: Kreative Solidarität stärkt PalästinenserInnen |
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29.08.08. Internationale FriedensaktivistInnen, darunter auch Jüdinnen und Juden, schafften das Undenkbare: Die beiden kleinen Schiffe, die SS Free Gaza und die SS Liberty sind auf dem Meeresweg nach Gaza gekommen und haben somit die israelische
Blockade des Gazastreifens durchbrochen. Die 42 TeilnehmerInnen verliessen Zypern am 23. August und segelten 350
Kilometer. In Gaza wurden sie von Hunderten PalästinenserInnen mit
Freudentränen empfangen. Am 28. August sind die beiden Boote abgefahren. An Bord befinden sich 7 Palästinenser, darunter ein 10jähriger Knabe, der durch einen israelischen Panzer ein Bein verloren hat. Sein Vater begleitet ihn und möchte, dass sein Sohn medizinisch behandelt wird. Das Free Gaza Movement möchte bald mit einer neuen Delegation nach Gaza reisen.
Berichte in der Presse:
Schiffe mit Aktivisten landen in Gaza (taz)
Unterwegs mit den Fischern (jw)
medico international schweiz unterstützt diese Solidaritätsaktion mit einem symbolischen finanziellen Beitrag.
Unser Projektkoordinator für Palästina/Israel hat einen Kommentar zur Aktion von Free Gaza geschrieben:
Ein persönlicher Kommentar
Freude herrscht....Mein Herumhören in den letzten Tagen zeigt es: Menschen, die sich um Gerechtigkeit bemühen, freuen sich darüber, dass die beiden Boote SS Free Gaza und SS Liberty am 23. August ohne Zwischenfälle an der Küste von Gaza angekommen sind. 42 Frauen und Männer haben das Wagnis auf sich genommen, die Blockade von Gaza durch Israel zu überwinden – eine symbolische Aktion und gleichzeitig eine konkrete, die Mut erfordert, im Sinne von: Es ist, was ist – nicht mehr aber auch nicht weniger.
Die Israeli haben sich klug zurückgehalten, das ist gut und richtig so.
Die Aktion zeigt uns, dass Kreativität und Gewaltlosigkeit Möglichkeiten für Widerstand gegen Unterdrückung und Strangulation sind. Das gibt Hoffnung mitten in der entsetzlichen Situation, die nun bereits über vier Jahrzehnte andauert. Gerade in Gaza, wo ca. 1.5 Millionen Menschen leben, sind für sehr viele von ihnen Armut, Arbeitslosigkeit, ungenügende medizinische Versorgung und innere Gewalt an der Tagesordnung. Die israelische Besatzung in der Westbank und in Ostjerusalem wie auch die Blockade gegen Gaza, die in letzter Zeit etwas gelockert wurde, wirkt sich auch auf die Bevölkerung Israels negativ aus. Man kann Menschen auf die Dauer nicht unterdrücken, drangsalieren, quälen, entwürdigen - ohne selber seelischen Schaden zu nehmen.
Einstimmig haben wir bei medico.ch einen symbolischen Beitrag beschlossen, weil wir diese widerständische Aktion unterstützen möchten. Der Name der beiden Schiffe bürgt für auch unsere Träume.
Auch die Kampagne Olivenöl, mit der wir verbunden sind, hat einen solchen Beitrag überzeugt beschlossen.
Am 28. August verliessen die beiden Schiffe Gaza wieder in Richtung Zypern. Hoffen wir, dass Israel die Fahrt nicht stört – und endlich Unrechtsbewusstsein zu entwickeln beginnt. Inscha’allah.....
Es ist zu wünschen, dass kreativer Widerstand dieser und anderer Arten gewaltfrei fortgesetzt wird.
Jochi Weil, medico-Projektverantwortlicher Palästina/Israel
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