Syrien befindet sich in einer entscheidenden Phase. Der Sturz Assads weckte Hoffnungen auf einen demokratischen Neuanfang. Doch unter Übergangspräsident al-Shaara eskalierte die Gewalt gegen religiöse und ethnische Minderheiten erneut – gegen Alawit*innen, Drus*innen, Assyrer*innen, Ezid*innen und Kurd*innen. Der Vormarsch des syrischen Militärs und regierungsnaher, von der Türkei unterstützter islamistischer Milizen in Nordostsyrien führte zu schweren Menschenrechtsverbrechen und weckte Erinnerungen an den sogenannten «Islamischen Staat». Waffenstillstand und geplante Integration der Selbstverwaltung in den Zentralstaat bedeuten für viele eine unsichere Perspektive; die Angst vor neuen Massakern ist gross.
Im Fokus steht Rojava, die demokratische Selbstverwaltung in Nordostsyrien, die international als Modell für Basisdemokratie, Geschlechtergerechtigkeit und multiethnisches Zusammenleben gesehen wird. Mit dem Abkommen mit Damaskus stehen Selbstbestimmung und Errungenschaften der Frauenrevolution auf dem Spiel. Vor diesem Hintergrund stellen sich zentrale Fragen: Wohin steuert Syrien? Droht Rojava das Ende der Selbstverwaltung? Welche regionalen Auswirkungen, Interessen externer Akteur*innen und Möglichkeiten internationaler Solidarität ergeben sich?
Diskussion mit:
Moderation: Anouk Robinigg, medico international schweiz
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Eintritt frei.