Wenn am 8. Juli den ganzen Tag über nach und nach insgesamt rund 500 Menschen aus aller Welt auf dem Ben Gurion Airport in Tel Aviv landen und bei der Passkontrolle wahrheitsgemäß kundtun, dass ihr Reiseziel Palästina ist – so sollte es das Normalste der Welt sein. Wenn zugleich wieder einmal Schiffe mit Zivilisten, Medikamenten und Baumaterial an Bord nach Gaza aufbrechen, sollte auch das keine Zeile wert und Normalität sein.
Wir wissen aber alle, dass es ein Skandal, eine Provokation und manchmal sogar lebensgefährlich ist, die Blockade- und Apartheidspolitik Israels in Frage zu stellen. Wir wissen, dass Reisende, deren Ziel Palästina ist, häufig an dem israelischen Grenzregime, dem Palästinenserinnen und Palästinenser vollständig unterworfen sind, scheitern – es sei denn, sie verhehlen ihre Absicht, in das Westjordanland oder nach Gaza reisen zu wollen.
Die Einreisenden aus Frankreich, Belgien, Großbritannien, Kanada, den USA, Deutschland und anderen Ländern, die am 8. Juli in Tel Aviv eintreffen und auf der Normalität ihrer Einreise nach Palästina bestehen werden, genau wie die Schiffe des Free Gaza Movement, die seit 2008 immer wieder die völkerrechtswidrige Blockade des Gazastreifens durchbrechen, bringen eine wesentliche Botschaft: Palästinenserinnen und Palästinenser haben das Recht auf Bewegungsfreiheit, das Recht darauf, ein- und auszureisen, ihre Grenzen zu kontrollieren und als Gäste zu empfangen, wen sie wollen.