Palästina: Eine Ausbildung fürs Leben
Interview mit Studentinnen an der School of Community Health
von Tsafrir Cohen, Ramallah
Aida Ismail und Hadil Al-Misri (zusammen mit der Schulleiterin Ayda
Ayesh im Bild) absolvieren das zweite und letzte Jahr der Ausbildung
zur Gemeinde-Gesundheitspflegerin an der School of Community Health in
Ramallah.
medico: Wie war es, als ihr eure Ausbildung begonnen habt?
Aida Ismail: Als ich hierher nach Ramallah kam, hatte ich es sehr
schwer. Zuhause in Beit Ula waren wir zehn Kinder. Hier war ich zum
ersten Mal auf mich gestellt und allein in einer fremden, grossen
Stadt. Ich hatte Heimweh, dachte oft an die Eltern. Doch wir leben hier
in einem Studentinnenheim, und langsam habe ich mich daran gewöhnt.
Heute möchte ich es nicht missen, diese zwei Jahre haben mich befreit.
Zuhause hat meine Mutter über alles entschieden. Hier entscheide ich
über mein Leben, was ich nach der Schule tue, was ich einkaufe. Nicht,
dass ich viel Geld habe. Ich muss mit 200 Schekel (rund 60 SFR) im
Monat auskommen. Davon gehen 66 für die monatliche Fahrt nach Hause
weg. Das ist so teuer geworden, weil wir Jerusalem umfahren müssen, das
verdoppelt die Strecke.
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