Im gemeinsamen Interesse an einer wirkungsvollen Gesundheitsversorgung gelingt es zunehmend, die Arbeit unserer ProjektpartnerInnen mit den staatlichen Institutionen zu vernetzen
Im nationalen Frauenspital Berta Calderon in Managua arbeitet die engagierte Gynäkologin Rosa Mendez. Sie ist die Leiterin des Centro de salud sexual reproductivo para adolescentes (Zentrum für Reproduktive Gesundheit für Jugendliche). Anlässlich meines Projektbesuches im Oktober 2011 zeigte sie uns die Gebärabteilung des Spitals. Mit dem Ziel, Müttersterblichkeit zu senken, fördert das nicaraguanische Gesundheitsministerium die Geburt im Spital. Neu darf die Frau die Geburtsposition wählen, Ehemann oder Partner können anwesend sein, das Kind darf nach der Geburt bei der Mutter bleiben, das Stillen wird gefördert. Im Zentrum finden auch Kurse zur Vorbereitung einer sanften Geburt statt und es ist Anlaufstelle für Jugendliche mit einer Risikoschwangerschaft.
Die Pflegefachfrau des von uns unterstützen Frauenkollektivs 8 de Marzo arbeitet eng mit Rosa Mendez zusammen. Sie überweist und begleitet Jugendliche mit einer Risikoschwangerschaft, gibt Kurse für die Jugendlichen zu den Themen Verhütung und sexuell übertragbare Krankheiten und erhält fachliche Unterstützung von der Ärztin. Im Februar 2012 wird Rosa Mendez einen Workhop zu Geburtsvorbereitung mit Schwangerschaftsgymnastik im Frauenhaus Nueva Guinea abhalten. Die Kosten dafür werden vom Gesundheitsministerium getragen.
Das Frauenkollektiv 8 de Marzo in Managua:
Gemeinsam gegen die Diskriminierung
Die zwölf Frauengruppen der 1990 gegründeten Frauenorganisation 8 de Marzo treffen sich regelmässig in sieben Quartieren von Managua. Es wird über die Rechte der Frau, ihre Erfahrungen und Bedürfnisse diskutiert. Opfer von Gewalt finden Unterschlupf im Frauenhaus der Organisation, wo Frauen mit ihren Kindern maximal drei Monaten psychologisch und juristisch betreut werden. medico finanziert den Lohn der Pflegefachfrau Martha Arauz. Sie berät Jugendliche und Frauen in Fragen der Verhütung und in frauenspezifischen Anliegen, begleitet Kranke ins Spital oder ins Gesundheitszentrum. Gemeinsam mit den LeiterInnen der Jugendgruppen gestaltete Martha verschiedene Bulletins zu den Themen Verhütung der Jugendschwangerschaften, Gebrauch des Präservativs, Kampf gegen den Machismo und die häusliche Gewalt.
Das «Colectivo de Mujeres 8 de Marzo» engagiert sich seit vielen Jahren im Kampf gegen sexuelle und häusliche Gewalt.
Das Frauenkollektiv «Mujeres de Masaya» engagiert sich im Kampf gegen geschlechterspezifische Diskriminierung und Gewalt.
Auf Initiative zweier Hebammen und der Landarbeiterinnengewerkschaft wurde 1993 die kleine Frauenklinik errichtet.