Engagement gegen Folter und für eine selbstbestimmte Gesundheitsversorgung
Oaxaca: Repressionsopfer fordern Gerechtigkeit
Obwohl es aus Mexiko kaum Positives über die politische Grosswetterlage zu berichten gibt, konnten unsere drei Partnerorganisationen 2011 wichtige Ziele erreichen. Ende 2010, nach der Auflösung des ›Komitees 25. November‹, wagte der Kern derselben Equipe 2011 mit der Gründung von Codigo DH (›Komitee zur integralen Menschenrechtsverteidigung Gobixha‹) einen Neuanfang. Die Folterüberlebenden und die Familienangehörigen der Opfer aussergerichtlicher Hinrichtungen, welche seit dem Aufstand 2006 gegen die korrupte Regierung Oaxacas betreut wurden, können auch auf die neue Organisation zählen. Die juristische, psychologische und medizinische Betreuung wird neu durch den Schwerpunkt Prävention erweitert. Ausserdem hat Codigo DH ein Regionalbüro in der Küstenregion der Amuzgo-Indigenen eröffnet, wo die Fachkurse zur Prävention von Gewalt, zu Menschenrechten und indigenen Rechten insbesondere bei Jugendlichen auf grosse Resonanz stossen. Dass die interdisziplinäre Arbeit von Psychologinnen, Medizinern, Juristinnen und Anthropologen auch nach einem historischen Regierungswechsel im Bundesstaat weiterhin von grosser Wichtigkeit ist, zeigt eine einfache Zahl: Allein 2011 sind in Oaxaca über 80 Personen in politischen Konflikten ums Leben gekommen. Deshalb beharren die Folteropfer von 2006 auf einer Aufarbeitung der autoritär geprägten Vergangenheit und einem Ende der Straflosigkeit.
Guerrero: Prävention von Folter in gewalttätigem Umfeld
In Guerrero hat die neue sozialdemokratische Regierung leider keine Besserung der politischen Lage gebracht. So erschossen Polizisten im Dezember 2011 zwei demonstrierende Studenten, welche in der Ausbildung zum Grundschullehrer waren. Die Schule, welche mittellosen Bauernkindern eine Ausbildung ermöglicht, wurde aufgrund früherer Repressalien auch von unserer Partnerorganisation, dem ›Kollektiv gegen Folter und Straflosigkeit‹ (CCTI), mitbetreut.
SADEC garantiert die medizinische Grundversorgung, bildet Gesundheits-verantwortliche aus und begleitet zapatistische Gesundheitsinitiativen.
Oaxaca, pittoresk und repressiv: Das "Komitee 25. November" unterstützt politische Gefangene in der Klage gegen erlittene Folter.
Das "Kollektiv gegen Folter und Straflosigkeit" arbeitet zusammen mit den sozialen Bewegungen in Guerrero präventiv gegen Folter.