Trotz schwieriger Umstände trägt die gemeindebasierte Arbeit Früchte
Während der ersten Hälfte des Wahljahres 2011 war das Leben in Guatemala von noch zunehmender Gewalt geprägt. Schliesslich wurde, wie befürchtet, wieder ein Militär zum neuen Präsidenten gewählt. Otto Pérez Molina ist mitverantwortlich für den Völkermord, der während der 80er-Jahren an der indigenen Zivilbevölkerung in der Region Quiché begangen wurde. Die kommenden Jahre müssen sich unsere Projektpartner, die Asociación Guatemalteca de Personas con Discapacidad ›Manuel Tot‹ AGPD (Guatemaltekische Vereinigung für Personen mit einer Behinderung ›Manuel Tot‹) nun mit einer Regierung abfinden, die ihre psychischen und körperlichen Traumata massgeblich mit verschuldet hat.
In der Selbsthilfeorganisation AGPD erarbeiten sich Kriegsversehrte eine neue Lebensgrundlage
Die Arbeit der AGPD war im vergangenen Jahr beschwerlicher als sonst. Die allgegenwärtige Gewalt verängstigt die Menschen in den Gemeinden und sie schotten sich von partizipativen Aktivitäten ab. Durch die kontinuierliche Präsenz gelang es der AGPD, in den Gemeinden ihrer Mitglieder ihre integrative Arbeit für Menschen mit Behinderungen fortzusetzen. Die AGPD spielen eine sehr wichtige Rolle im Aufbau der Gemeindearbeit in einem Land, dessen Bevölkerung seit Jahrhunderten durch Einschüchterung und Gewalt unterdrückt wird.
Die Selbsthilfeorganisation «Manuel Tot» setzt sich für ein würdevolles und möglichst selbständiges Leben der Kriegsversehrten ein und kämpft für die Anerkennung der Rechte von Behinderten in Guatemala.
Mit der Weiterbildung von Hebammen und dem Aufbau von drei Gesundheitsposten wird in der abgelegenen Provinz El Quiché eine basisnahe Gesundheitsversorgung ermöglicht.