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MOGOGO – Ein Präventionsprojekt

Kochen ohne Gesundheitsrisiko in Eritrea

bild_mogogoTraditionellerweise wird in den eritreischen Haushalten auf Lehmöfen (Mogogo), die mit Holz, Dung und Getreideabfällen beheizt werden, gekocht. Da ein Kamin fehlt, bleibt der Rauch in den schlecht zu lüftenden Hütten hängen und verursacht bei den am Herd stehenden Frauen und ihren Kindern gesundheitliche Probleme wie Kopfschmerzen, Augenentzündungen, Bronchitis und Husten mit chronischem Verlauf sowie Atemnot und angegriffene Lungen. Durch Informationsarbeit und im gemeinsamen Bauen von neuen Mogogo Öfen soll die Gesundheit der Frauen und Kinder verbessert werden.

Erkrankung der Atemwege gehört in den eritreischen Gesundheitsstationen zu den am häufigst gestellten Diagnosen. 26% der krankheitsbedingten Todesfälle in Eritrea gehen auf Atemwegsinfektionen zurück, weltweit sterben jedes Jahr gegen 2,5 Millionen Frauen und Kinder an den Folgen ständiger Rauchexposition.
Die Energiebilanz der traditionellen Mogogos ist äusserst schlecht. Der Brennstoff verbrennt wegen mangelhafter Sauerstoffzufuhr und fehlendem Abzug nur ungenügend. Die fehlende Isolation der Ofenwände hat zudem einen Wärmeverlust zur Folge. Für das tägliche Kochen der Speisen wird deshalb unverhältnismässig viel Brennstoff verbraucht.
Das Energieministerium Eritreas hat einen neuen Mogogo-Ofen entwickelt. Dank verbesserter Luftzufuhr, Zweikammersystem und Rauchabzug verbraucht der «neue Mogogo» 50 Prozent weniger Holz trotz 25 Prozent mehr Leistung. Und was für die Gesundheit der Bevölkerung entscheidend ist: Dank Kamin zieht der Rauch aus der Küche ab, Frauen und Kinder sind ihm nicht mehr ausgesetzt.
Trotz dieser entscheidenden Verbesserungen sieht der neue Mogogo fast wie der «alte Ofen» aus und kann unter Anleitung von den Frauen selbst gebaut werden. Auch in der Benützung unterscheidet er sich nicht wesentlich von seinem Vorgängermodell. Für den Erfolg des Projektes sind das entscheidende Faktoren.

 

Projektziele

- Frauen und Kinder sind in der Familienküche dem gesundheitsschädigenden Rauch nicht länger ausgesetzt.
- Die durch den Rauch bedingten Beschwerden (Augenentzündungen, Atembeschwerden, Husten, Kopfschmerzen) verschwinden.
- Die täglich benötigte Brennstoffmenge pro Familie wird deutlich reduziert.
- Die Reduktion der verbrannten Menge Brennstoff vermindert den Ausstoss an Klima schädigenden CO2-Gasen und schont die Baum- und Strauchbestände.

 

Projektablauf

- An Informationsveranstaltungen wird die Dorfbevölkerung über das neue Mogogo-Modell und seine Vorteile orientiert.
- Die Dorfversammlung delegiert eine Person mit Bauerfahrung als Mogogo-Verantwortliche/n.
- Die Mogogo-Verantwortlichen aller Projekt-Dörfer werden in einem Workshop vereint und im Bau und Gebrauch des neuen Mogogo ausgebildet. Zudem werden sie instruiert, wie sie ihr erworbenes Wissen weitergeben und die Frauen in ihrer Dorfgemeinschaft beim Selbstbau des Ofens unterstützen können.
- Die Dörfer erhalten das Baumaterial. Die Frauen stellen aus dem angelieferten Material Backsteine her. In der zweiten Phase werden sie durch die Mogogo-Verantwortlichen beim Bau der Öfen angeleitet.
- Der Projektmanager von Vision Eritrea und der Delegierte des Energie-Ministeriums besuchen die Dörfer regelmässig, kontrollieren die Anzahl und die Qualität der gebauten Öfen und greifen wenn nötig unterstützend ein. Die Mogogo-Verantwortlichen erhalten pro erbauten Ofen eine Entschädigung

In einigen Regionen Eritreas konnten die neuen Mogogo-Öfen bereits eingeführt werden. Die bisherigen Erfahrungen entsprechen durchwegs den oben beschriebenen Projektzielen. Der Rückgang von Augenentzündungen und Atemwegserkrankungen bei den Diagnosen in den Gesundheitsstationen ist statistisch erwiesen.

Die Kosten für einen Ofen betragen inklusive Projektbegleitkosten Fr. 135.--. Durch das medico Mogogo-Projekt in den ausgewählten Dörfern in der Dbarwa Sub Zone werden 425 Haushalte einen neuen, selbstgebauten Mogogo-Ofen mit Rauchabzug erhalten. Rund 2'125 Personen werden davon profitieren.