medico international schweiz

Eritrea

Jahresbericht 2011: medico schliesst die Zusammenarbeit mit Eritrea ab

Erfolge in der dezentralen Gesundheitsversorgung der ländliche Bevölkerung

Während vieler Jahre hat medico in Zusammenarbeit mit der eritreischen Entwicklungsorganisation Vision Eritrea erfolgreich verschiedene Gesundheitsprojekte unterstützt. Insbesondere durch den Bau von Gesundheitszentren und Gesundheitsposten, leistete medico in den vergangenen Jahren einen Beitrag zu einer auch für die ländliche Bevölkerung erreichbaren, funktionierenden Gesundheitsversorgung.Die Gesundheitspolitik Eritreas kann über weite Strecken als vorbildlich bezeichnet werden, da sie speziell auch auf die Bedürfnisse der ländlichen und armen Bevölkerung eingeht. Dezentrale Strukturen und ein vernetztes System sollen den Zugang zur Basisgesundheitsversorgung für Männer, Frauen und Kinder ermöglichen. Die von medico unterstützten Projekte wurden jeweils auf Dorf- und Gemeindeebene in Partizipation mit der lokalen Bevölkerung durchgeführt.

 

Zunehmende Unstimmigkeiten mit dem Gesundheitsministerium

Jedes internationale Projekt muss in Eritrea vom zuständigen Ministerium bewilligt werden. Eine enge Zusammenarbeit zwischen der vom eritreischen Staat anerkannten NGO ›Vision Eritrea‹ und den Ministerien ist unumgänglich. Obwohl die nötigen Schritte von der Projektplanung, über die Konsultationen der staatlichen Stellen bis hin zur Detailplanung mit den zuständigen Stellen immer sorgfältig abgesprochen worden waren, mussten wir in den vergangenen Jahren bereits zweimal erleben, dass von medico unterstützte Projekte – ein HIV-Präventionsprojekt und um ein Familienplanungsprojekt – kurz vor der Umsetzung vom Ministerium gestoppt wurden.

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Jahresbericht 2011: Das Mogogo-Projekt

Kochen ohne tränende Augen

Was für uns der Elektro- oder Gasherd ist in Eritrea der Mogogo: ein mit Holz, Dung oder Getreideabfällen befeuerter Lehmofen, der auf der Oberseite eine Kochplatte zum Backen der Injeera aufweist. Injeera ist das traditionelle, sehr dünne und säuerlich schmeckende Fladenbrot aus eisenreichem Teff-Getreide. In der alt hergebrachten Variante dieses Kochherds fehlt jedoch ein Abzug. Der sich in den Küchen stauende Rauch ist für viele gesundheitliche Probleme wie Kopfschmerzen, Augenentzündungen, chronische Bronchitis sowie Atemnot und angegriffene Lungen von Frauen und Kindern verantwortlich.

Fachleute im eritreischen Energieministerium erfanden vor einigen Jahren den Mogogo neu: Mit Kamin, besserer Sauerstoffregulierung im Ofen und isolierten Ofenwänden raucht diese Neuentwicklung nicht mehr und braucht zudem viel weniger Brennstoff. Der Clou am Ganzen: Der neue Mogogo kommt im ›alten Kleid‹ daher und wird von den Eritreerinnen deshalb leicht akzeptiert. medico international schweiz konnte im Berichtsjahr in Zusammenarbeit mit Vision Eritrea ein Mogogo-Projekt in der Region Dbarwa (zirka 50 km von der Hauptstadt Asmara entfernt) erfolgreich umsetzen. Insgesamt bauten die Bewohnerinnen in den Kebabis (Gemeinden) Geza Iamza und Debarwa unter fachkundiger Anleitung 253 Mogogos. 425 Haushalte mit zusammengenommen 2125 Personen kommen nun in den Genuss von Kochherden, die ihre Gesundheit nicht mehr gefährden, aber doppelt so gut feuern und erst noch CO2 einsparen! Die Bauphase des Projekts konnte Ende 2011 abgeschlossen werden.

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MOGOGO – Ein Präventionsprojekt

Kochen ohne Gesundheitsrisiko in Eritrea

bild_mogogoTraditionellerweise wird in den eritreischen Haushalten auf Lehmöfen (Mogogo), die mit Holz, Dung und Getreideabfällen beheizt werden, gekocht. Da ein Kamin fehlt, bleibt der Rauch in den schlecht zu lüftenden Hütten hängen und verursacht bei den am Herd stehenden Frauen und ihren Kindern gesundheitliche Probleme wie Kopfschmerzen, Augenentzündungen, Bronchitis und Husten mit chronischem Verlauf sowie Atemnot und angegriffene Lungen. Durch Informationsarbeit und im gemeinsamen Bauen von neuen Mogogo Öfen soll die Gesundheit der Frauen und Kinder verbessert werden.

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