medico international schweiz

Hintergründe

Psychodrama-Ausbildung in El Salvador

Wenn Frauen sich begegnen, verändern und Neues schaffen

Vollständiger Text des Artikels aus dem Bulletin 3/2010 von Karin de Fries

«Brilla el sol después de la tormenta», «Abrazando la vida desafiando el dolor», «Sonrisas de la tierra» – so poetisch klingen die Namen der drei Psychodramagruppen der Frauenorganisation «Las Mélidas» in El Salvador. 18 Frauen haben zwischen 1996 und 2003 in den Gruppen «Nach dem Sturm scheint die Sonne», «Das Leben umarmend fordern wir den Schmerz heraus». «Das Lächeln dieser Erde» eine zweijährige Grundausbildung in Psychodrama absolviert und sich anschliessend in Gruppenleitung und Theorie weitergebildet. Die Ausbildung umfasste neben einem theoretischen Teil zu Methoden und Techniken des Psychodramas auch das Anleiten und Begleiten von Gruppen und die therapeutische Selbsterfahrung. Nach dem Schreiben der Diplomarbeit und einer mündlichen Prüfung beendeten die Frauen im März 2009 erfolgreich ihre Ausbildung als Psychodramaleiterinnen. Nur die längerfristige finanzielle Unterstützung von medico machte diesen mehrjährigen Therapie- und Ausbildungsgang möglich.

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Das Klima der Angst - Maras im Umfeld der organisierten Kriminalität in El Salvador

von Maja Hess

Am Kongress "Die inneren Seiten der Globalisierung" über psychosoziale und politische Folgen von Gewalt, Armut und sozialer Ausgrenzung - organisiert von medico international deutschland im Dezember 2009 - sprach Maja Hess, Oberärztin und Präsidentin von medico international schweiz über die Gewalt der Maras in El Salvador und deren Hintergründe. Für die Homepage und den Newsletter haben wir den Vortrag leicht gekürzt.

Dezember 2009 Obwohl in El Salvador ein 10-jähriger blutiger Bürgerkrieg zwischen der rechtsextremen ARENA-Partei und der links gerichteten Guerillaorganisation FMLN 1992 mit den Friedensabkommen von Chapultepec zu Ende ging, sind die Toten, die auf El Salvadors Strassen und Gassen, Häusern und Abfallhalden auftauchen, nicht weniger geworden, sondern ihre Zahl nimmt stetig zu. 2009 wurden in den ersten 5 Monaten 1785 Menschen ermordet. Das sind 13 Morde pro Tag. (CH: 79 Morde pro Jahr) Davon sind hunderte Frauen, Mädchen, Kleinkinder. Die Frauenorganisation Las Melidas spricht von einem eigentlichen „Femicid", das heisst von gezielten Mordserien an Frauen. Die Morde werden den Maras, den Jugendbanden in die Schuhe geschoben und die staatliche Antwort auf die zunehmende Gewalt ist Repression.

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Morde an UmweltkämpferInnen - der FMLN fordert Aufklärung

von Nina Schneider

Januar 2010 Die Morde an den AktivistInnen des Comité Ambiental de Cabañas (CAC) im salvadorianischen Departement Cabañas im Dezember beunruhigen breite Kreise der Zivilgesellschaft wie auch die Parteispitze des FMLN. Der erfolgreiche Kampf gegen die grossflächige Goldförderung im Tagbau des kanadischen Minenmultis Pacific Rim, wird von kriminellen Gruppierungen mit Gewaltexzessen beantwortet. Schon im letzten Juni wurde der FMLN-Kader und Ökoaktivist Marcelo Rivera verschleppt und ermordet. Seine Leiche fand man mit Folterspuren in einem Brunnenschacht. Kurz darauf wurden Mitarbeiter des lokalen Basisradios Victoria ernsthaft bedroht und ein engagierter Priester konnte sich der Ermordung nur mit einem Sprung in eine Schlucht entziehen.

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