Nach dem tragischen Erdbeben in Haiti konnte medico ein rasches Zeichen der Solidarität setzten, indem die «Brigada Médica Cubana (BMC)», die bereits vor der Katastrophe in Haiti aktiv gewesen war, mit einem finanziellen Beitrag von 13'000 Franken zu unterstützt werden konnte.
Als kleines basismedizinisches Hilfswerk ist es für uns nur dann möglich, sinnvolle medizinische Nothilfe zu leisten, wenn wir uns auf eine vertrauenswürdige, vor Ort gut verankerte Partnerorganisation stützen können. Mit der BMC hatten wir einen guten Partner gefunden.
Die cubanischen ÄrztInnen der BMC waren unter den Ersten, die nach dem verheerenden Erdbeben der haitianischen Bevölkerung Hilfe leisteten. Sie mussten nicht erst eingeflogen werden. Seit 1998, als die UNO eine humanitäre Krise prognostizierte, nachdem der Hurrikan George über 80% der Ernte zerstört hatte, leisten die cubanischen Ärztinnen und Ärzte kontinuierlich basismedizinische Arbeit in Haiti. Mit den von ihnen dezentral geführten Gesundheitsposten decken die BMC 127 von 137 Gemeinden ab.
Noch am Tag der Katastrophe flog zusätzlich ein Team von 60 SpezialistInnen aus Cuba ins Erdbebengebiet. Diese erfahrenen Ärztinnen und Ärzte sind mit den lokalen Gepflogenheiten vertraut und brauchten keine Armeen oder Waffen zu ihrem Schutz. Dank der guten Verankerung der cubanischen Ärztebrigade in Haiti konnten sie sofort überlebenswichtige medizinische Hilfe leisten. Die Bilanz der Arbeit der BMC per Ende 2010 ist bemerkenswert:

Die
Medienberichterstattung über die medizinische Hilfe Cubas nach dem
zerstörerischen Erdbeben auf Haiti im Januar dieses Jahres war
tatsächlich sehr dünn. Die Internationale Presse behauptete wiederholt,
die Dominikanische Republik habe als Erste Hilfe geleistet, während Fox
News in Berichten wie dem Report "USA – die Speerspitze der Globalen
Erdbebenhilfe in Haiti" Lobeshymnen auf die US-Amerikanischen Einsätze
sangen. Auch CNN sendete Hunderte von Beiträgen und schaffte es dabei
genau einmal, einen cubanischen Doktor mit einem T-Shirt mit einem
grossen Che Guevara-Aufdruck vor die Kamera zu kriegen. Dabei waren sie
sich nicht zu dumm, ihn als "spanischen Arzt" zu bezeichnen.Seite 1 von 2