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Jahresbericht 2010: Haiti

medico unterstützt cubanische Nothilfe für Haiti

Nach dem tragischen Erdbeben in Haiti konnte medico ein rasches Zeichen der Solidarität setzten, indem die «Brigada Médica Cubana (BMC)», die bereits vor der Katastrophe in Haiti aktiv gewesen war, mit einem finanziellen Beitrag von 13'000 Franken zu unterstützt werden konnte.
Als kleines basismedizinisches Hilfswerk ist es für uns nur dann möglich, sinnvolle medizinische Nothilfe zu leisten, wenn wir uns auf eine vertrauenswürdige, vor Ort gut verankerte Partnerorganisation stützen können. Mit der BMC hatten wir einen guten Partner gefunden.
Die cubanischen ÄrztInnen der BMC waren unter den Ersten, die nach dem verheerenden Erdbeben der haitianischen Bevölkerung Hilfe leisteten. Sie mussten nicht erst eingeflogen werden. Seit 1998, als die UNO eine humanitäre Krise prognostizierte, nachdem der Hurrikan George über 80% der Ernte zerstört hatte, leisten die cubanischen Ärztinnen und Ärzte kontinuierlich basismedizinische Arbeit in Haiti. Mit den von ihnen dezentral geführten Gesundheitsposten decken die BMC 127 von 137 Gemeinden ab.

Noch am Tag der Katastrophe flog zusätzlich ein Team von 60 SpezialistInnen aus Cuba ins Erdbebengebiet. Diese erfahrenen Ärztinnen und Ärzte sind mit den lokalen Gepflogenheiten vertraut und brauchten keine Armeen oder Waffen zu ihrem Schutz. Dank der guten Verankerung der cubanischen Ärztebrigade in Haiti konnten sie sofort überlebenswichtige medizinische Hilfe leisten. Die Bilanz der Arbeit der BMC per Ende 2010 ist bemerkenswert:

  • 810'769 PatientInnen konnten versorgt werden
  • 28'457 chirurgische Eingriffe, davon 12'005 grössere Operationen, wurden vorgenommen
  • 6'558 Geburten fanden unter medizinischer Begleitung der BMC statt
  • In den von der BMC geführten 46 Cholerabehandlungszentren wurden rund 35'000 PatientInnen behandelt, 260 Todesfälle waren zu beklagen
 

Erdbeben in Haiti - Auch im April

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Die Sammel-Kampagne für die cubanischen Ärztekampagne läuft weiter

Von Nina Schneider
„Haiti: Solidarität in der Schweiz am grössten" betitelt die Stiftung ZEWO, die den gemeinnützigen Organisationen das Gütesigel für gewissenhaften Umgang mit Spendengeldern verleiht, ihre Pressemitteilung vom 15. März. Im internationalen Vergleich hätten sich die SchweizerInnen in der Erdbebenhilfe für Haiti mit einer Pro-Kopf-Spende von mehr als zehn Franken (7.10 Euro) fast doppelt so solidarisch gezeigt, wie die Rang-Zweiten NiederländerInnen mit 4.10 Euro. Oben in der Statistik rangieren auch Kanada mit einer Spende von rund 3.30, Deutschland und Schweden mit 2.40 und USA mit 2.10 Euro pro EinwohnerIn.

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Ein gut gehütetes Geheimnis

Die medizinische Hilfe der CubanerInnen auf Haiti

Von Emily J. Kirk und John M. Kirk - Übersetzung aus dem Englischen Nina Schneider (18.4.2010)

kinderbetreuung.jpgDie Medienberichterstattung über die medizinische Hilfe Cubas nach dem zerstörerischen Erdbeben auf Haiti im Januar dieses Jahres war tatsächlich sehr dünn. Die Internationale Presse behauptete wiederholt, die Dominikanische Republik habe als Erste Hilfe geleistet, während Fox News in Berichten wie dem Report "USA – die Speerspitze der Globalen Erdbebenhilfe in Haiti" Lobeshymnen auf die US-Amerikanischen Einsätze sangen. Auch CNN sendete Hunderte von Beiträgen und schaffte es dabei genau einmal, einen cubanischen Doktor mit einem T-Shirt mit einem grossen Che Guevara-Aufdruck vor die Kamera zu kriegen. Dabei waren sie sich nicht zu dumm, ihn als "spanischen Arzt" zu bezeichnen.

Im grossen Ganzen ignorierte die internationale Presse die Anstrengungen Cubas. Am 24. März fand man beispielsweise auf der CNN-Homepage 601 Artikel zum Stichwort "Erdbeben in Haiti".

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