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Jahrespatenschaft 2009/10 Eritrea |
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Immer Mitte Jahr startet medico international schweiz eine Patenschaft mit einem speziellen Projekt.
Jahrespatenschaft 2009/2010 Eritrea:
Bessere Gesundheit und mehr Selbstbestimmung für Familien
Mit der Umsetzung eines
basisnahen Sensibilisierungsprogramms für Familienplanung im ländlichen
Eritrea, sollen Mütter- und Neugeborenensterblichkeit merklich verringert, ungewollte
und gesundheitsgefährdende Schwangerschaften und gefährliche Aborte verhindert
werden. Frauen und Männer erhalten die Möglichkeit, ihre Familienplanung
infomiert und selbstbestimmt an die Hand zu nehmen.
In der ländlichen Bevölkerung Eritreas ist das Bewusstsein, dass ein Paar selbstbestimmt über den Zeitpunkt und die Anzahl Kinder eintscheiden könnte, kaum vorhanden. Dem Gebrauch von Verhütungsmitteln stehen Unwissen, mangelnder Zugang, vor allem aber auch kulturelle und religiöse Gründe entgegen. Im vorliegenden Pilot-Projekt geht es in einer ersten Phase darum, religiöse Führer und lokale Meinungsträger für das Anliegen der Familienplanung zu gewinnen, in einer zweiten Phase werden geeignete Schulungsmaterialien für die Ausbildung von lokalen BeraterInnen für Familienplanung erarbeitet und anschliessend wird die Ausbildung durchgeführt. Eine umfassende Evaluation analysiert die Akzeptanz und den Nutzen des Pilot-Projekts. Bei guten Ergebnissen soll später ein landesweites Programm entwickelt werden.
Mütter- und Kindersterblichkeit senkenSeit mehreren Jahren legt das eritreische Gesundheitsministerium ein besonderes Augenmerk auf die Gesundheit von Müttern und Kindern. Dies zeigt erste Erfolge: Die Müttersterblichkeit ist in Eritrea bis zu dreimal tiefer als in anderen Entwicklungsländern. Doch immer noch stirbt eine von 46 Frauen vor, während oder nach der Geburt ihres Kindes. In der Schweiz ist es lediglich eine von 2'800.
Eritrea hat die höchste Geburtenrate Afrikas südlich der Sahelzone. Die Statistik des Gesundheitsministeriums weist einen Durchschnitt von 4.8 Kindern pro Frau aus. Jeder 20. Säugling überlebt das 1. Jahr nicht und 8 von 100 Kindern sterben vor Vollendung ihres 5. Lebensjahres.
Gesundheitswesen im AufbauDer Aufbau des eritreischen Gesundheitswesen ist grundsätzlich gut durchdacht und wird im Rahmen der Möglichkeiten und Mittel des Landes laufend erweitert. Die erste Anlaufstelle für gesundheitliche Alltagsprobleme sind die den Dörfern angegliederten Gesundheitsposten. In den lokalen Gesundheitsstationen werden etwas kompliziertere Gesundheitsprobleme wie z. B. Malaria behandelt. Die Gesundheitszentren sind für schwierigere Fälle ausgerüstet und es können u. a. kleinere chirurgische Eingriffe vorgenommen werden. Die Spitäler befinden sich an zentralen, für die ländliche Bevölkerung jedoch relativ weit entfernten Orten. Trotz dieser grundsätzlich guten Versorgungsstrategie, ist das Netz der Gesundheitseinrichtungen viel zu weitmaschig. Viele Dörfer sind ohne Gesundheitsposten und die Wege zu den Gesundheitsstationen bedeuten oft mehrstündige Fussmärsche für die PatientInnen.
Verhütungsrate bei 8 ProzentEs gibt verschiedene Gründe, weshalb in Eritrea nur 8 Prozent, also eine kleine Minderheit der Bevölkerung Verhütungsmittel benützen. Zu den wesentlichen Gründen gehören soziale und religiöse Faktoren, die gesellschaftlich positive Wertung hoher Kinderzahl und die bisher fast vollständig vernachlässigte Sensibilisierungsarbeit bei den Männern. Unsere Partnerorganisation Vision Eritrea will diesen spezifischen Schwierigkeiten mit einem Sensibilisierungsprogramm auf mehreren Ebenen begegnen. Zudem sieht das basisnahe Gesundheitsprojekt vor, den Zugang zu sicheren Verhütungsmitteln für die ländliche Bevölkerung stark zu vereinfachen.
Lokale Autoritäten einbindenIn einem ersten Schritt wird eine Steigerung des Bewusstseins bezüglich der Bedeutung von reproduktiver Gesundheit in den Gemeinden angestrebt. Hierfür sollen lokale Amtsinhaber, politische und religiöse Würdenträger in mehrtägigen Workshops für den sozialen und gesundheitlichen Nutzen einer selbstbestimmten Familienplanung sensibilisiert und für die Idee einer basisnahen Verteilungsstrategie gewonnen werden.
Ausbildung von BeraterInnenBevor mit der Ausbildung von lokalen BeraterInnen begonnen wird, müssen sinnvolle, an die kulturellen und religiösen Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung angepasste Unterrichts- und Informationsmaterialien erarbeitet werden.
An den Dorfversammlungen wird entschieden, welche Männer und Frauen das Amt der zukünftigen BeraterInnen für Familienplanug übernehmen sollen. In erster Linie handelt es sich um bereits ausgebildete Hebammen und Health Workers der Gesundheitsposten, die die zweiwöchige Spezialausbildung besuchen. Durch dieses basisnahe Auswahlverfahren ist gewährleistet, dass es sich um Personen handelt, die das Vertrauen der lokalen Bevölkerung geniessen.
Beratungen zu HauseDie BeraterInnen für Familienfragen werden für ihre Arbeit von Haus zu Haus gehen, die Männer und Frauen über reproduktive Gesundheit und Familienplanungsfragen informieren, versuchen, religiöse und kulturbedingte Vorbehalte abzubauen und wenn erwünscht Verhütungsmittel abgeben. Die Haus-zu-Haus-BeraterInnen leisten ihren Einsatz unentgeltlich. Da sie für ihre Tätigkeit teilweise sehr weite Wege auf sich nehmen müssen, erhalten sie nach erfolgreicher Ausbildung einen Esel und einen Wassersack. Die Tiere werden die BeraterInnen bei ihrer Arbeit begleiten.
Monitoring und EvaluationDas Programm wird als Pilot-Projekt geführt. Deshalb ist ein sorgfältiges Monitoring notwendig. Zudem findet eine Evaluation statt, welche die Ergebnisse des Projekts von Anfang bis zum Schluss umfassend untersucht. Unsere Partnerorganisation Vision Eritrea übernimmt die Evaluationskosten.
BudgetDas Budget für dieses Pilot-Projekt beläuft sich auf total 82'395 Franken. Vision Eritrea übernimmt die zusätzlichen Evaluationskosten von 4'800 Franken. Der Mittelbedarf verteilt sich auf folgende Posten:
Sensibilisierungsarbeit auf Gemeindeebene: 13'200.-
Ausbildung und Auffrischungskurse: 27'000.-
Erarbeitung der Unterrichtsmaterialien: 4'250.-
Material für den Unterricht und die Sensibilisierungsarbeit: 6'600.-
Entschädigung (Esel und Wassersäcke): 6'400.-
Transportkosten: 10'000.-
Projektbegleitung in Eritrea: 14'945.-
SpendenWir freuen uns, wenn Sie eine
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