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Oaxaca: Folterdokumentation |
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Oaxaca,
pittoresk und repressiv: Das "Komitee 25. November"
unterstützt politische Gefangene in der Klage gegen erlittene Folter.
Oaxaca, ein touristisches Hauptziel Südmexikos, erlebte 2006 eine
Massenbewegung gegen die korrupte und gewalttätige Regierung. Die
Partei PRI regiert ununterbrochen seit den 20er-Jahren und kauft oder
unterdrückt jegliche Opposition. Nach dem Angriff auf einen
LehrerInnenstreik gründete sich die APPO - die Asamblea Popular de los
Pueblos de Oaxaca, zu deutsch "Volksversammlung der Völker Oaxacas",
welche den Widerstand gegen
die Machthaber koordinierte und den Rücktritt des Gouverneurs forderte.
Nach mehrmonatigen Auseinandersetzungen eroberte die Bundespolizei die
Hauptstadt und verhaftete am 25. November 2006 rund 140 Personen,
vernahm und folterte sie systematisch. Inzwischen sind die Gefangenen
längst wieder auf
freiem Fuss und vollständig von den Vorwürfen freigesprochen. Bis heute
aber leiden sie unter den Folgen des erlittenen Unrechts.
Die Repressionsopfer von 2006 wurden von den öffentlichen lokalen
Gesundheitsinstitutionen kaum betreut, obwohl dies nationale und
internationale Menschenrechtsorganisationen fordern. Handkehrum fehlt
den Betroffenen das Vertrauen in staatliche medizinische Angebote. Auch
das soziale Stigma als ehemalige
Gefangenen und die Arbeitslosigkeit und Schulden, die durch den
Gefängnisaufenthalt entstanden sind erschweren eine adäquate Betreuung
der physischen und psysischen Narben der Folteropfer.
Psychische und physische Begleitung in der Forderung nach Gerechtigkeit
Unser Projektpartner, das „Comité 25 de noviembre“ unterstützt die
Gegenklage von 30 ehemaligen Gefangenen, welche die politischen
Verantwortlichen für die Folter
anklagen. Das Comité betrachtet medizinische Fakten, die es sorgfältig in Einzelstudien erhebt, als wichtigen
dokumentarischen Teil der Anklage bezüglich Folter.
In der Unterstützung der Folteropfer stützt sich das Comité auf die solidarische Mitarbeit eines
Homöopathen, einer Ärztin und eines Akupunkteurs sowie von zwei Psychologinnen,
welche
die Folgen der Folter behandeln. Die ehemaligen Gefangenen
werden für die gesamte Prozessdauer, d.h. mehere Jahre, den Behörden für Aussagen zur Verfügung stehen müssen.
medico beteiligt sich an den Medikamentekosten, welche die finanziellen
Möglichkeiten ehemaliger Gefangener übersteigen. Aktuell
betreut die medizinische Equipe mehrere Personen pro Woche, sowohl
ehemalige politische Gefangene wie auch deren Angehörige. Die Therapien
dauern in der Regel 6 Monate - in schweren Fällen bis zu zwei Jahren.
Für die Beweisführung vor Gericht wurde ein Fonds eingerichtet, der
spezielle Studien und Analysen, wie Röntgenaufnahmen, Tomografien,
Magnetresonanzen finanziert. Zudem wurden die Zeugenaussagen anhand des
Protokoll von Istanbul systematisiert. Dies ermöglicht eine stringente
Beweisführung gestützt auf internationaler Normen. Das juristische
Vorgehen ist also solide von einer medizinisch-psychologischen
Beweisführung
untermauert. Begleitet wird die Kollektivklage von einer
internationalen Kampagne namens "Gerechtigkeit für Oaxaca", welche
versucht mit Öffentlichkeitsarbeit den politischen Druck
aufrechtzuerhalten.
Homepage des Projektpartners: Comite 25 de noviembre
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