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Kriminalisierung sozialer Proteste in Mexiko |
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31.10.08 Sanja Previsic, unsere Projektverantwortliche für Mexiko,
leitete Mitte Oktober den Kurs ‹Psychische Gesundheit im Kontext von
Repression und Folter› in Oaxaca Stadt. Rund zwanzig Personen, darunter
unsere Partnerorganisation ‹Comité 25 de noviembre›, ehemalige
Gefangene und ihre Familienangehörigen, RadiomacherInnen und
LehrerInnen, nahmen am Kurs teil. Sie schätzten das Angebot sehr, da es
im Alltag kaum möglich sei, über die Erlebnisse und die Spuren, welche
die Repression hinterlasse, zu sprechen. Neben dem Austausch wurden
auch die individuellen und kollektiven Ressourcen als Gegenstrategien
zur Aufstandsbekämpfung thematisiert.
Gewalt, Menschenrechtsverletzungen und Straflosigkeit für die
TäterInnen der Repression sind in Oaxaca wie in ganz Mexiko Teil einer
Strategie der Kriminalisierung sozialer Proteste. Zwei Beispiele der
letzten Wochen illustrieren dies:
Im Bundesstaat Morelos wurde Ende Oktober ein LehrerInnenstreik mit
Polizeieinheiten und Militär samt Schützenpanzern angegriffen. Zudem
wurde eine neue Foltermethode angewendet: Gefangene wurden gezwungen,
barfuss über die Glut der Strassenbarrikaden zu gehen. Unsere
Partnerorganisation ‹Colectivo Contra la Tortura y la Impunidad› CCTI,
die im südlich an Morelos gelegenen Bundesstaat Guerrero
Folter-Präventionsarbeit leistet, hat daraufhin von der Hauptstadt aus
eine Brigade nach Morelos entsandt, um die Folter zu dokumentieren.
medico international schweiz unterstützt diese Notfallintervention.
Ein zweites Beispiel für die Kriminalisierung sozialer Proteste ist das
Massaker von Chincultik in Chiapas, das die Polizei am 3. Oktober
verübt hat. Bei der brutalen Räumung einer archäologischen Mayastätte,
welche von den BewohnerInnen des nahegelegenen Dorfes, auf deren Land
sich die Ruinen befinden, besetzt worden war, wurden sechs Personen von
der Polizei getötet, zehn durch Schüsse verletzt und 36 verhaftet.
Darunter waren drei Schwerverletzte sowie der Fahrer des Autos, welcher
die Verletzten ins Spital transportieren wollte. Alle vier wurden an
einer Polizeisperre regelrecht hingerichtet.
Mehr dazu auf www.chiapas.ch .
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