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Solidarische Soforthilfe für Cuba |
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9.9.08. Cuba wurde in den letzten 10 Tagen von zwei gewaltigen Hurrikanen getroffen. Zuerst zerstörte Gustav den Ostteil der Insel mit Windstärken von über 300 km/h. Rund 100'000 Häuser wurden zerstört. Nur eine Woche später traf der Hurrikan Ike auf den Westen der Insel und bringt auf seinem langsamen Weg über ganz Cuba Überschwemmungen und Zerstörung. Den umsichtigen Behörden ist es zu verdanken, dass nur wenige Todesopfer zu beklagen sind; über eine Million CubanerInnen wurden rechtzeitig evakuiert.
medico international schweiz steht mit ProjektpartnerInnen und FreundInnen in Cuba in ständigem Kontakt. Wir haben beschlossen, dass wir neben unserer langfristigen Zusammenarbeit (wie dem eben gestarteten Projekt gegen häusliche Gewalt in Havanna) auch ein Zeichen der solidarischen Soforthilfe setzen wollen.
Viele LateinamerikanerInnen erlebten die Solidarität der CubanerInnen,
einige Kriegsversehrte aus den Befreiungsbewegungen Zentralamerikas
verdanken der medizinischen Unterstützung Cubas ihr Leben, darunter auch
ProjektpartnerInnen von medico. Nun ist es an der Zeit, der cubanischen
Bevölkerung schnell und unbürokratisch unter die Arme zu greifen.
Dies wird in wenigen Tagen das Team der psychologischen Poliklinik COAP
(Centro de Orientación y Atención Psicológica) tun, zusammen mit der
Psychodramatikerin Ursula Hauser, welche momentan in Cuba arbeitet. Die
psychosoziale Unterstützung für traumatisierte Überlebende ist ein
wichtiger Moment im Wiederaufbau, damit die Betroffenen adäquate
Bewältigungsstrategien entwickeln können. Weitere Soforthilfe im
Gesundheitsbereich ist in Abklärung, siehe dazu die updates auf www.medicointernational.ch
medico international schweiz stellt 10'000.- Soforthilfe zur Verfügung und ruft auf zu Spenden für Cuba (Spendenstichwort „Soforthilfe Cuba“) auf PC 80-7869-1.
Besten Dank im Voraus für Eure Solidarität, mit herzlichen Grüssen
Ph. Gerber, medico international schweiz
Spendenaufruf Cuba PDF - bitte weiterverbreiten!
Bilder der Zerstörungen
Im Auge des Hurrikans (jw 10.9.08)
"Es el momento de regresar la solidaridad a Cuba" (Swissinfo, sp.)
Bericht aus Cuba:
„Es ist einfach zuviel für Cuba!“Der Zürcher Aktivist Beat
Schmid, der viele Jahre in Zentralamerika weilte und seit zwei Jahren
in Havanna arbeitet, beschreibt die Situation nach Hurrikan Gustav und
kurz vor dem Eintreffen von Ike:
„Samstagnachts hat der Hurrikan Gustav den Westen Cubas durchquert und
dabei schwere Zerstörungen angerichtet. Dank dem ausgezeichneten
Katastrophenschutz gab es nur wenige Verletzte und keine Toten, aber
die Winde von bis zu 340 km/h haben weite Landstriche total verwüstet.
Mir persönlich haben die Bilder im Fernsehen die Tränen in die Augen
getrieben. Rund 100.000 Häuser sind zerstört oder schwer beschädigt,
dazu kommen das Stromnetz, soziale Einrichtungen, Fabriken,
Landwirtschaft. Die Schäden dürften rund 25% des BSP des Landes
ausmachen.
Cuba ist ein sehr solidarisches Land. Ich habe ÄrztInnen im eiskalten
und kargen bolivianischen Hochland gesehen, ebenso wie im tropischen
Honduras, die dort ihren solidarischen Dienst taten, alle Kosten werden
von der cubanischen Regierung gedeckt. Einer Million Menschen in
Lateinamerika werden durch cubanische SpezialistInnen unentgeltliche
Augenoperationen ermöglicht, viele müssten sonst an operierbaren
Krankheiten erblinden. Bolivien wird dank cubanischer Hilfe bald vom
Analphabetismus befreit sein und zehntausende lateinamerikanischer
Jugendlichen aus armen Verhältnissen studieren kostenlos Medizin in
Cuba. Die Liste liesse sich fortsetzen.
Die Leute wissen, dass die Regierung sie nicht im Stich lässt, packen
selbst an und erhalten Unterstützung (der Grossteil der Evakuierten
kommt bei Privatfamilien unter). Aber die Schäden sind einfach zu
gross. (...) Nun scheint sich auch der Hurrikan Ike auf Cuba
zuzubewegen, und zwar auf Gebiete die von Gustav verschont blieben - es
ist einfach zuviel für das Land!!
medico international unterstützt langfristige Projekte und leistet nur
im Ausnahmefall medizinische Nothilfe, wenn eine bisherige
Partnerorganisation selber in der Nothilfe aktiv wird.
Zur Arbeit in Cuba siehe die neue Jahrespatenschaft Projekt "Prävention von häuslicher Gewalt in Havanna"
Zu Klimawandel und Naturschutz siehe unsere Veranstaltung am 11. 9.: Gesundheit, Naturschutz und Profit
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