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Solidarität mit der Bewegung «Occupy Paradeplatz»

11_12_20_occupy_bildEs ist beeindruckend, wie sich während mehrerer Wochen am Samstag jeweils vorwiegend junge Menschen am Paradeplatz versammelten, um gegen die kaum kontrollierbare Macht der Banken, allen voran der UBS, zu protestieren. Es ist berührend, mit welcher Kreativität sie ihrer Empörung Luft macheten und ihr Recht auf ein freies selbständiges Leben mit Entfaltungsmöglichkeiten zum Ausdruck brachten.

Bewundernswert sind diejenigen Leute von Occupy Paradeplatz, die auf dem Lindenhof in Zürich ausharrten und in Zelten übernachteten, und dies trotz zunehmender Kälte. Dabei erfuhren sie von AnwohnerInnen, die ihnen Speis und Trank vorbei brachten, Solidarität.

Der Verlauf von Occupy Paradeplatz lässt vermuten, dass hierzulande viele Menschen mit den Anliegen der AktivistInnen sympathisieren, weil sie sich von Banken, denen sie Ersparnisse anvertraut haben, betrogen fühlen. Occupy Paradeplatz existiert weiter und ist Teil einer weltweiten Protestbewegung gegen die Macht, Arroganz und Intransparenz der Finanzmärkte, welche GlobalisierungsverliererInnen mitproduzieren.

Warum solidarisieren wir uns mit den AktivistInnen und Beteiligten von Occupy Paradeplatz?
Jene Banken, deren Hauptziel es ist, die Interessen des raffenden Kapitals der Shareholder und Spekulanten zu befriedigen, tragen dazu bei, dass die UNO-Milleniumsziele bis zum Jahr 2015 nicht erreicht werden können, weil die finanziellen Mittel in den öffentlichen Haushalten durch die Umverteilung von unten nach oben weltweit immer knapper werden. Dabei würde ein Bruchteil der Milliarden, die heute zur Rettung der Grossbanken eingesetzt werden reichen, um der Milliarde hungernder Menschen eine Nahrungsgrundlage zu schaffen und die gesundheitliche Situation der Ärmsten zu verbessern.

medico dankt den Leuten von Occupy Paradeplatz für ihr Engagement und wünscht den Beteiligten Kraft und langen Athen, um ihre Anliegen weiterhin mit kreativer Lebensfreude sicht- und hörbar zu machen. Wir gehören zu den 99 Prozent ...
Jochi Weil

 

Aufruf der Occupy Paradeplatz Bewegung:


Wir sind 99 Prozent
Von Amerika bis Asien, von Afrika nach Europa protestieren die Menschen, um ihre Rechte zu fordern und eine wahre Demokratie zu verlangen. Politik und Gesellschaft stehen heute unter dem kapitalistischen Diktat der Topverdiener, Superreichen und Grosskonzerne. Für sie werden weltweit die Steuern gesenkt, die Banken und Finanzmärkte von Regeln befreit, die Arbeitsbedingungen ihrer Angestellten verschlechtert sowie der Sozialstaat angegriffen.

Die Banken haben sich in den letzten Jahrzehnten mit dem Verkauf von undurchsichtigen Aktienpaketen masslos bereichert, haben die Spekulation vorangetrieben, dank Rekordgewinnen unvorstellbar hohe Löhne und Boni ausgeschüttet und uns mit ihrer Gier in eine seit Jahren andauernde Finanzkrise getrieben. Die Finanzmärkte, die von der realen Wirtschaft komplett abgekoppelt Profite maximieren, machen Reiche immer reicher und uns anderen immer ärmer! Damit das obere Prozent aber dieses Spiel treiben kann, müssen wir 99% den Kürzeren ziehen:
1. Wir haben heute kaum mehr oder sogar noch weniger zum Leben als noch vor einem Jahrzehnt. Im Moment besitzt in der Schweiz 1% der Bevölkerung gleich viel wie der Rest.
2. Wir zahlen höhere Abgaben, büssen öffentliche Leistungen ein und müssen eine wachsende Staatsverschuldung hinnehmen.
3. Wir haben immer weniger Einfluss, weil die Macht der Banken immer stärker die Demokratie untergräbt.
4. Wir müssen mit Steuern, dem Arbeitsplatz und unserem Ersparten für die von Banken verursachten Krisen geradestehen.
Zu lange haben wir zugesehen wie sich Politik und Wirtschaft nach der neoliberalen Maxime: «Gewinne privat, Schulden dem Staat!» richten. Ein System wurde geschaffen, welches das obere Prozent auf Kosten von uns restlichen 99 Prozent bereichert. Wir gehen auf den Paradeplatz, um klarzustellen, dass echte Demokratie die Wirtschaft in den Dienst aller stellt. Denn der Mensch macht die Wirtschaft, und nicht umgekehrt. Gerechtigkeit ist keine Utopie!

Dies ist kein Aufruf einer einzelnen Organisation, Partei oder politischer Richtung, sondern schlicht unser aller Empörung, die wir nicht länger unterdrücken wollen.
Es ist Zeit uns zu vereinen. Nun ist es Zeit uns alle einem globalen gewaltfreien Protest anzuschliessen. Es ist Zeit unsere Empörung zu zeigen! (www.occupyparadeplatz.ch)

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