medico international schweiz

Mexikanische Behörden verweigern Hungerstreikenden medizinische Betreuung

http://chiapas.indymedia.org/local/webcast/uploads/_jpg_/s/179488_suiza_solidaridad_huelgadehambre1.jpg02.11.11. Mehrere Organisationen, darunter unsere Partnerorganisation CCTI, protestieren dagegen, dass die Gefängnisbehörden den indigenen Gefangenen in Chiapas mehrmals die Visite von unabhängigen ÄrztInnen verboten.

Am 29. September traten ein Dutzend politische Häftlinge in Chiapas in einen unbefristeten Hungerstreik. Sie fordern ihre Freilassung, da sie für Taten verurteilt worden sind, die sie nicht begangen hatten und ihre Prozesse irregulär abliefen, bspw. ohne Übersetzer in ihre indigene Muttersprachen. Zwei dieser Häftlinge wurden seither freigelassen, ein weiterer Gefangener schloss sich der Aktion an. Nach 35 Tagen ohne Nahrung, sind die Hungerstreikenden - unter ihnen auch eine junge Mutter -  körperlich zunehmend schwächer. Sie leiden unter Schwindel und Übelkeit, ihre Gesundheit ist ernsthaft gefährdet.

Die Gesundheitsorganisationen berufen sich in ihrem Protest gegen die Verweigerung des Zugangs eines unabhängigen Ärzteteams auf die Erklärung von Malta des Weltärztebundes. Gemäss dieser Erklärung haben Hungerstreikende das Recht, ihre ärztliche Betreuung frei wählen zu können. Nach der Visitenverweigerung wurde tags darauf auch den Familienangehörigen der Besuch der Gefangenen verweigert. Den Sprecher der Aktion, Alberto Patishtan (seit 11 Jahren unschuldig im Gefängnis), verschleppten die Behörden am 20. Oktober in ein Hochsicherheitsgefängnis nach Sinaloa, 2'000 Km weit weg in Nordmexiko, wo er seither keinen Besuch mehr empfangen konnte.

An der Demonstration «Soziale Gerechtigkeit weltweit» von letztem Samstag wurde in Zürich auf die Lage der Hungerstreikenden aufmerksam gemacht (siehe Foto). Für den 7. November wird zu einem internationalen Solidaritätstag mit den chiapanekischen Gefangenen aufgerufen.

Mehr zum Hungerstreik: Das letzte Mittel - Hungerstreik politischer Gefangener in Chiapas (pdf)

medico_spenden