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Rehabilitation von Kriegsversehrten

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kriegsversehrte.jpgDie Selbsthilfeorganisation «Manuel Tot» setzt sich für ein würdevolles und möglichst selbständiges Leben der Kriegsversehrten ein und kämpft für die Anerkennung der Rechte von Behinderten in Guatemala.

Nach Beendigung kriegerischer Auseinandersetzungen beginnt für die Bevölkerung ein langer, beschwerlicher Weg der gesellschaftlichen Rehabilitation.  Besonders schwer haben es dabei diejenigen Personen, die während des Krieges körperliche Verletzungen und psychische Traumata erlitten haben.

 In einem Land wie Guatemala, wo sich die Regierung in keiner Weise um die Bedürfnissen von Behinderten und psychisch Kranken kümmert, werden diese Menschen vollständig sich selbst überlassen. Oft bedeutet dies eine finanzielle und psychische Überlastung der gesamten Familie.
Obwohl im Friedensabkommen von 1996 festgelegt worden war, dass den Kriegsversehrten staatliche Unterstützung zukommen soll, hat die Regierung bis heute keine Hilfe ausbezahlt. Kriegsversehrte haben mit anhaltenden körperlichen und seelischen Beschwerden zu kämpfen: Viele kriegsbedingte Verletzungen konnten noch immer nicht adäquat behandelt werden. Ebenso schwerwiegend wirken sich in vielen Fällen auch die Folgen der Kriegstraumatisierungen aus. Viele Menschen erlitten Gewalt seitens des Militärs oder wurden Zeugen von Folter oder der Ermordung ihrer Familienangehörigen und NachbarInnen.

Betroffene organisieren sich
Um Gemeinsam für ihre Rechte einzustehen, gründeten Betroffene 1999 die Vereinigung AGPD (Asociacion Guatemalteca de Personas con Discapacidad) «Manuel Tot». Die Arbeit von «Manuel Tot» beinhaltet zunächst die medizinische Behandlung ihrer Mitglieder sowie die Sicherung ihrer Existenz durch Ausbildung und Arbeit in Behinderten-Werkstätten. Regelmässig werden auch Kultur- und Sportanlässe durchgeführt. Eine weitere und anspruchsvolle Aufgabe besteht darin, die seelischen Verletzungen und die damit verbundenen Krankheiten zu erkennen und zu therapieren. Die Mitglieder von «Manuel Tot» haben erkannt, dass die Hilfe im psychosozialen Bereich nicht nur die individuelle Genesung unterstützt, sondern auch zur Förderung eines friedlichen Zusammenlebens beiträgt. AGPD ist mit anderen Behindertenorganisationen im In- und Ausland gut vernetzt. Gemeinsam setzen sie sich für die Anerkennung ihrer Rechte ein und kämpfen gegen die Diskriminierung von Behinderten.

Finanzielle Unterstützung
medico international schweiz unterstützt als eine der wenigen internationalen Geldgeberinnen die Arbeit von «Manuel Tot», damit Behinderte in Guatemala würdevoll leben können. Sie unterstützt die Arbeit der Kriegsversehrten, weil sie ihrer Ansicht nach zwei wichtige Funktionen übernimmt:
1. Die individuelle Genesung der Versehrten
2. Die Unterstützung des Friedensprozesses, weil in der Selbsthilfeorganisation Betroffene Verantwortung füreinander übernemen und sie dadurch einen wichtigen positiven Einfluss auf das Zusammenleben der Menschen in Guatemala ausüben können.

© 2007 SF Schweizer Fernsehen - Mitenand vom 30.12.2007

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