medico international schweiz

Aus globaler Verantwortung: Gesundheitspersonalmangel in der Schweiz beheben

01/02/2012 medico international schweiz unterstützt das Manifest zum Gesundheitspersonalmangel in der Schweiz. In dem Manifest fordert eine breite Koalition auf Initiative des Schweizer  Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner und des Netzwerks Medicus Mundi Schweiz, dass die Schweiz ihre Verantwortung gegenüber dem globalen Mangel an Gesundheitspersonal wahrnimmt. Dazu muss sie die Ausbildung von Gesundheitsfachleuten verstärken, qualitativ gute Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich sicherstellen und sich international stärker für die Gesundheit der Ärmsten einsetzen.

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01/02/2012 medico international schweiz unterstützt das Manifest zum Gesundheitspersonalmangel in der Schweiz. In dem Manifest fordert eine breite Koalition auf Initiative des Schweizer  Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner und des Netzwerks Medicus Mundi Schweiz, dass die Schweiz ihre Verantwortung gegenüber dem globalen Mangel an Gesundheitspersonal wahrnimmt. Dazu muss sie die Ausbildung von Gesundheitsfachleuten verstärken, qualitativ gute Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich sicherstellen und sich international stärker für die Gesundheit der Ärmsten einsetzen.

Das Schweizer  Gesundheitswesen ist mit einem Mangel an Fachleuten konfrontiert. Jährlich  bildet es rund 5‘000 Personen zu wenig aus. Mit dem Gesundheitspersonalmangel  ist einer der Grundpfeiler unserer Gesundheitsversorgung gefährdet. Die  Schweiz steht damit nicht allein da: Der Gesundheitspersonalmangel ist ein  weltweites Problem. Global gesehen stellt deshalb die Rekrutierung im Ausland  keine Lösung dar. Dies hat auch die Weltgesundheitsversammlung erkannt: Im Mai  2010 hat sie einen ethischen Kodex zur Rekrutierung von Gesundheitspersonal  verabschiedet.

Auf Initiative des Schweizer Berufsverband der  Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) und des Netwerks Medicus Mundi  Schweiz haben 26 Organisationen, die in der Entwicklungszusammenarbeit  international sowie als Berufsverbände und Gewerkschaften in der Schweiz  engagiert sind, ein Manifest lanciert. Nach Ansicht dieser Koalition muss die  Schweiz mehr tun, um dem dramatischen Mangel an Gesundheitspersonal zu  begegnen und dem WHO-Kodex auch in der Schweiz zum Durchbruch zu verhelfen.  

Langfristiges Engagement statt kurzfristiges Denken
Im  Manifest kritisieren die beteiligten Organisationen, dass die Schweiz nur  schon aus demografischen Gründen mehr Personal bräuchte. Doch die Politik hat  es unterlassen, durch Steuerungsmassnahmen die Situation zu entschärfen, indem  etwa genügend Studienplätze für Ärztinnen und Ärzte und anderes medizinisches  Fachpersonal geschaffen wird. „Es entspricht nun aber einem sehr kurzfristigen  Denken, wenn die wirtschaftlich entwickelten Länder wie die Schweiz darauf bauen, dem eigenen Mangel an Gesundheitspersonal damit zu begegnen, direkt  oder indirekt in Ländern des globalen Südens zu rekrutieren,“ schreiben die  Organisationen.

Das Manifest sieht auf verschiedenen Ebenen  Handlungsbedarf: Die Schweiz muss bessere Steuerungs- und Planungsinstrumente  entwickeln, mehr in die Ausbildung investieren und qualitativ gute  Arbeitsstellen sichern, damit mehr Fachpersonen im Gesundheitssektor bleiben.  Die Kompetenzen der hier lebenden Migrantinnen und Migranten müssen gestärkt  und fürs Gesundheitswesen besser genutzt werden. Um der globalen Dimension des  Problems gerecht zu werden, muss das Gesundheitspersonal in  Entwicklungsländern bessere Perspektiven vor Ort erhalten, damit sie nicht  auswandern. Die Schweiz kann hier wesentlich mehr leisten, indem sie sich  verstärkt für die Verbesserung der Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern  engagiert.